Winter in Portugal – Was wir brauchen – und wie es weiter geht

Nun ist es passiert; der „Winter“ hat in Portugal Einzug gehalten. Zumindest das, was man hier als Winter bezeichnet. Es waren seit letztem Donnerstag 10 Tage Regen Non-Stop angesagt. Das hat uns dazu bewogen kurzerhand unseren Krempel zusammen zu packen und uns ein hübsches Ferienhaus an der Zentral-Algarve zu mieten. Denn eines ist klar, 10 Tage Regen mit „Schule“ und Arbeiten im Wohnwagen, das wird nix!

Es ist schön hier im Ferienhaus und, da absolute Nebensaison ist, auch ein Schnäppchen mit Pool. Der ist allerdings draußen und „solar heated“, was bei der aktuellen Witterungslage eher unbeheizt entspricht 😉. Die Mädels waren mit viel Gequietsche natürlich trotzdem drin. Man kann es sich vorstellen, es war ein Heidenspaß!

Die Sache mit dem Dauerregen ist zum Glück etwas übertrieben. Es regnet täglich, aber eigentlich ist es vormittags schön und sonnig und nachmittags eben Regen. Sodass wir am Samstag eine tolle Wanderung an und auf einem nahegelegenen Berg machen konnten. Herrlich, ich liebe Berge!

 

Die aktuelle Wetterlage macht allerdings auch eines ganz klar, die Monate Januar, Februar, März werden wir in Europa kaum im Wohnwagen verbringen können. Lernen im Wohnwagen ist kein Problem, Arbeiten im Vorzelt oder im Auto auch nicht. Aber wir brauchen stabile 15 Grad schon am frühen Vormittag und möglichst wenig Regen, damit wir den verschiedenen Bedürfnissen nach Ruhe und Bewegung gerecht werden können.

Im Vorfeld habe ich mehrfach die ungläubige Rückfrage gehört „und dann seid ihr wochenlang zu sechst auf 12qm!?“ Unsere Campingerfahrung aus den letzten Jahren und auch aktuell ist eher, die Kinder können morgens gar nicht schnell genug rauskommen um auf Entdeckungstour zu gehen. Zu meinem Leidwesen ist es keine Seltenheit, dass ich meine Kinder morgens noch im Pyjama von der Rutsche fische und auf „Erst-Anziehen“ bestehe. (Ist ein echtes Luxusproblem, das ist mir klar.) Aber das Tolle daran ist, dass im Unterschied zu vielen anderen Möglichkeiten Urlaub zu machen, die meisten Campingplätze eben genau das bieten, es ist spannend genug um auf Entdeckungstour zu gehen (notfalls auch im Schlafanzug) aber so sicher, dass ich ein gutes Gefühl habe wenn die Kinder „unterwegs“ sind.

Trotzdem werden wir voraussichtlich die ersten Monate des Jahres in ein Ferienhaus ziehen. Nur wo? Wir wissen es noch nicht. Warm wäre schön.

Erstmal kommt Weihnachten, das wollen wir gern zuhause verbringen. Patric behauptet ich würde nur wegen der Weihnachtsdekoration nach Hause fahren wollen. Nicht nur … aber auch. Ich mag Weihnachten!

In diesem Sinne wünsche ich Euch und uns eine schöne Adventszeit!

Quer durch Spanien und bis ans Meer

Freitag der 13te, Tag des Aufbruchs. Nachdem wir eine Woche Spanien genossen haben brannte es uns doch in den Reiseschuhen. 

Wir hatten eine Alternativroute ausgetüftelt die unterhalb von Madrid einmal quer durchs Land führte und uns trotz der starken Reisebeschränkungen (Verbote seine Gemeinde zu verlassen, Ausgehverbote nach 21 Uhr usw.) am Freitag Nachmittag auf den Weg gemacht. 

Eine Herausforderungen an der Sache war unerwarteter Weise das Finden geöffneter Campingplätze, da viele nur ein Saisongeschäft führen.  Nach etwas hin und her waren  (die wahrscheinlich einzigen) Stationen auf der Strecke gefunden. 

Die Andere waren die Campingplätze selbst, die das ein oder andere „Abenteuer“ bereit hielten. Beides Orte, an denen ich mit dem Gedanken ins Bett gegangen bin „Oje, wo sind wir hier nur gelandet?“.  Mal ehrlich: wer baut denn eine Dusche, deren Eingang so schmal ist, das selbst ein nicht übermäßig breiter Mensch wie ich, seitwärts einrücken muss? Spannend. Schön daran ist die Erkenntnis, dass uns das und der ziemlich heruntergekommene Gesamteindruck eigentlich gar nichts ausgemacht haben.  Was wir brauchten war ein Platz an dem wir in der Nacht unseren Wohnwagen abstellen durften und Samstagmorgen Strom für den online Klavier- und Flötenunterricht hatten. Und das war da!

Am zweiten Abend in der Nähe von Mérida haben wir uns dann auf dem schlammigen Untergrund mit dem Auto festgefahren.  Wunderbar! Wenn ich daran denke, das wäre vor 4 Wochen irgendwo passiert, ich glaube es wäre anders gelaufen. Eigentlich war es sogar cool, Patric und die Kinder haben geschoben und Stöcker zum unterlegen gesucht und alle zusammen haben wir im wahrsten Sinne des Wortes die Karre aus dem Dreck geschoben. Als das Auto frei war haben die Kinder gejubelt und sich gefreut und waren stolz, weil wir es ohne sie nicht geschafft hätten. Es war ein einfach gutes Gefühl. Ich befürchte allerdings vor ein paar Wochen hätte Patric und mir die Ruhe und Frustrationsschwelle gefehlt diese Situation in ein so positives Erlebnis zu führen. Schade, denn ich finde, so sollte es doch eigentlich sein. 

Wie gut, das wir uns auf den Weg gemacht haben unsere Ruhe und Gelassenheit wieder zu finden. Als wir heute Nachmittag zusammen durch den Atlantik gelaufen sind ist noch ein großes Stück Gelassenheit angespült worden. Ich habe es eingesteckt, meinen Kindern beim Toben in den Wellen zugesehen und mich gefreut, dass ich die vier und diesen Mann an meiner Seite habe. Es könnte nicht besser sein!

Die erste Etappe

Wir sind auf dem Weg nach Portugal: „Warum?“ Bin ich viel gefragt worden: Die Wahrheit ist wohl sehr vielfältig und liegt in einem bunten Strauß zwischen „Corona-Flucht“ und Selbstfindung. Vielleicht schreibe ich irgendwann dazu mehr.

Heute gibt es erstmal einen Reisebericht der ersten Tage. Vor 6 Tagen haben wir alle unsere 4 Kinder ins Auto geladen, Weiterlesen