Wenn es läuft

Man kann nicht alles planen und gelegentlich plant man und am Ende ist doch alles anders. Ich habe letzte Woche hervorragend geplant und wirklich schöne Spots für uns herausgesucht, romantisch auf einer Olivenfarm oder ein Stellplatz mit Pool und Blick auf den Ätna.

Klingt super, aber was man auf den schönen Fotos im Internet nicht sieht, sind zum Beispiel die italienischen Straßenverhältnisse. Mal ganz ehrlich, auf den Straßenschildern müsste oft „Vorsicht, Stufe!“ oder „Achtung, Grand Canyon Nachbildung!“ stehen. Wie können denn Straßenbeläge so schlecht sein? Wir haben wirklich schon einige Kilometer Straße in Europa gesehen, aber Italien spielt was schlechte Straßenverhältnisse angeht ganz oben mit. Ein Teil des Problems sind die Italiener selbst, dieses sonst so nette Volk verwandelt sich im Auto plötzlich zu Hooligans. Aber die Eigenschaft der Italiener auf jede noch so kleine Verzögerung mit einem Hupkonzert zu reagieren hat auch sein Gutes.

Letzte Woche steckten wir fest, mitten in der Stadt und das schon zum zweiten Mal an diesem Tag. Wir hatten eigentlich gut geplant: eine große Straße rausgesucht, vorher bei Google Street View umgesehen – sah befahrbar aus. Leider hatten wir nicht einkalkuliert, dass wir in den Feierabendverkehr kommen würden. Es war ein Alptraum, rechts und links parkende Autos und von vorn Leute die völlig gehetzt jeden Zentimeter Platz ausnutzen, der sich bietet. Nach 10 Minuten waren wir nass geschwitzt. Es ging voran, langsam und schleppend, denn wir konnten immer nur dann etwas weiterfahren, wenn auf der Gegenfahrbahn jemand die Geistesgegenwart besessen hat uns ein Stück durchzulassen. Oft sind die Leute aber soweit vorgefahren wie es ging, um dann festzustellen, dass sie am Wohnwagen nur ganz schlecht vorbeikommen. Aber irgendwie ging es trotz Hupkonzert von hinten Meter für Meter vorwärts. Bis wir an ein parkendes Auto kamen. Jemand hatte seinen kleinen, rostigen Fiat so saublöd schräg in eine winzige Parklücke „geparkt“, dass das Heck deutlich auf die Fahrbahn ragte. Wir hätten bestimmt einen Meter auf die Gegenfahrbahn ausweichen müssen, um daran vorbeizukommen, die „Pfiffikusse“, die uns entgegengekommen sind hatten allerdings die Lücke zu dem auf ihrer Seite ebenfalls falsch parkenden Auto geschlossen und sich neben uns gestellt. Das war’s, keiner konnte vor oder zurück. Jetzt hätte eigentlich jemand mindestens 20 wild hupende Autofahrhooligans zum Rückwärtsfahren motivieren müssen – ausgeschlossen. „Patric, bleib ruhig! Das sind nur Geräusche, das Gehupe kann Dir nichts anhaben. Atme!“ Tja, aber der Hupterror hatte auch sein Gutes, er hat den Besitzer des Fiat auf den Plan gerufen. Dieser stieg ein und knallte mit dem verbeulten Vehikel vorwärts die Bordsteinkante hoch. Problem gelöst, unsere Fahrbahn war wieder frei! Noch 500m und wir waren wieder auf der Landstraße. Seitdem überlege ich, ob die mit ihrem Gehupe von Anfang an gar nicht uns meinten, vielleicht ist dieses Hupgepöbel mehr ein kollektiver Hilferuf?!

Dinge wie diese führen dazu, dass wir das Etappenziel nicht schaffen und dann ganz unromantisch an der Tankstelle neben der Müllpresse schlafen. Nur am Rande, die Männer von der Müllpresse fangen sehr pünktlich um 4:30 Uhr an. Wieso?

Und zum Thema romantische Olivenfarm, auf den Bildern hört man nicht den brünstigen Esel die halbe Nacht schreien, der Stellplatz am Hafen hatte eine so steile Zufahrt, dass es für uns glatter Selbstmord gewesen wäre dort runter zu fahren und der Spot mit Pool und Blick auf den Ätna war so verwinkelt, dass wir mit unserem Gespann keine Chance hatten auf einen Stellplatz zu kommen. Schade! Wenn es mal nicht läuft, dann ist es auch gern eine Serie. Da hilft dann auch die beste Planung nichts.

Das Schöne ist, da wir alles was wir brauchen an Bord haben, können wir bleiben wo wir wollen und wenn’s uns irgendwo nicht gefällt oder wir nicht hinpassen fahren wir einfach weiter. So sind wir jetzt schon etwas eher als gedacht auf Sizilien angekommen und dem Ätna gucken wir jetzt einfach von der anderen Seite beim Qualmen zu. Sehr beeindruckend!

Back to the roots

Vor neun Jahren waren wir das erste Mal mit dem Wohnwagen unterwegs. Ich hatte einige Zeit gebraucht, um Patric von dem Konzept des Campingurlaubes zu überzeugen. Unsere erste größere Tour führte uns 6 Wochen lang durch Schweden und Norwegen. Unser damaliger Anhänger war ein Knaus Südwind und wir waren auch nur zu viert. Aber es war das erste Mal, dass wir dieses Gefühl von Freiheit hatten, das uns immer wieder starten lässt. Seitdem ist übrigens auch Patric überzeugter Camper.

Ich habe mich daran zurückerinnert, weil wir nach den letzten sehr intensiven Wochen endlich wieder zu mehr Ruhe und Gelassenheit gefunden haben und wieder so unterwegs sind, wie wir es lieben gelernt haben.

Denn Campen ist nicht gleich Campen. Es gibt die Dauercamper, deren Domizil mehr einem Miniaturferienhaus als einem Wohnwagen gleicht; es gibt Clubcamper, die einmal im Jahr alles zusammenpacken was ins und ans Auto passt (kennt ihr: Dachbox, Fahrradträger und die Wangen der Kinder werden von dem ganzen Geraffel im Auto an die Seitenfenster gedrückt und hinterlassen klebrige Abdrücke. Wenigstens sehen die so was von der Welt!), dann geht’s 3 Wochen in eine große Campinganlage, Wassergymnastik und Minidisco genießen; die Luxuscamper, das sind die, die zwar alles (bis hin zur Spülmaschine) in ihrem Wohnmobil haben, aber nirgends mehr hin können, weil das Ding, so groß wie es ist, auf keinen Platz passt.

Unseren Stil, und ich denke wir befinden uns in guter Gesellschaft, würde ich als „Back to the roots“ bezeichnen. Wir genießen es in, oder zumindest nah an, der Natur zu sein, uns abseits der Touristenpfade zwischen die Einheimischen zu mischen, durch die Natur zu wandern und dort Unterschiede und Ähnlichkeiten zu entdecken. Dafür verzichten wir gern auf einen beheizten Pool auf dem Campingplatz. Und wenn es sich anbietet mal ganz ohne Campingplatz in der Natur zu stehen, dann wird auch unter der Gießkanne „geduscht“, kalt versteht sich 😉. Auch wenn das natürlich die Ausnahme ist, sind es diese Standorte, die in Erinnerung bleiben.

 

 

Das Einfache und Naturnahe erdet uns irgendwie, es macht uns entspannter und relaxter. Damals in Norwegen, wo frei campen erlaubt ist, ist uns das das erste Mal aufgefallen. Aktuell stehen wir am Rande eines winzigen, italienischen Bergdorfes an einem Platz, an dem Camper kostenlos stehen dürfen. Strom gibt es für 2 Euro und Wasser ist gratis, ein Zufallsfund, aber ein Glücksfund. Hier ist Nichts außer „Schön“ und plötzlich kommen Ruhe und Entspannung um die Ecke und gesellen sich zu uns. Herrlich!

Jeder wie er will, aber das ist das, was uns gut tut. Wir bleiben noch etwas und dann geht es weiter nach Sizilien.

 

Das ganz normale Leben und andere Widrigkeiten

Neulich habe ich den Post einer anderen Home-School-Mama gelesen, es ging um die Frage: „Wie geht das bei Euch? Denn ich komme mit Beruf, Reisen und Homeschooling an meine Grenzen.“

Ich habe überlegt, entgegen meiner Gewohnheit zu antworten, mich dann allerdings dagegen entschieden. Denn um dazu eine vernünftige Antwort zu geben, müsste man die Situation der Familie besser kennen.

Ganz grundsätzlich ist dieser Lebensentwurf nicht nach jedermanns Façon und die besonderen Anforderungen, die er an einen stellt kann oder will nicht jeder erfüllen. In meinen Augen müssen sogar viele Dinge gleichzeitig erfüllt werden, damit man mit diesem Lebensstil glücklich wird.

Auf der anderen Seite hat man im Leben, und so auch als Reisende, immer wieder Situationen, die einen ganz besonders herausfordern. Bei uns war es letzte Woche so weit. Am vergangenen Montag war Henk plötzlich krank. Nicht besorgniserregend, aber so, dass wir Wäsche waschen mussten und den ganzen Tag den fiebernden kleinen Mann getragen haben. Wo kam das her? Hoffentlich kein Virus! Vielleicht hat er etwas in den Mund genommen? Hat er etwas gegessen, dass nicht mehr gut war? Henk ging es am nächsten Tag wieder besser und auch sonst waren alle fit. Wir haben schon erleichtert aufgeatmet. Zu früh gefreut, im Laufe der Woche hat es fast alle erwischt. So viel zum Thema „an die Grenzen kommen“, wenn bei uns einer krank wird krieg‘ ich sowieso schon Panik. Es ist alles immer gleich mal sieben und das zieht schon ganz schön an den Kräften. Allein dadurch, dass die Nächte unruhig sind und Schlaf fehlt, und eben nicht ein oder zwei Nächte, sondern gleich vier oder mehr.

Das war eine Woche, die uns einiges abverlangt hat. Allerdings stellt sich für mich trotzdem nicht die Frage, ob Reisen und Homeschooling deshalb vielleicht nicht das Richtige für uns sind. Ich bin der Überzeugung, dass gute Dinge manchmal schwerer zu erreichen sind und das Dinge, die leicht zu erreichen sind nicht immer gut sind.

Auch wenn keiner krank ist braucht es viel Einsatz und Disziplin von uns allen, auch von den Kindern, wenn wir unser Lernpensum schaffen wollen, damit auf 17 Quadratmetern mit sieben Leuten kein komplettes Chaos ausbricht und jeder auch Ruhe und Zeit für sich findet.

Konkret sieht das so aus, dass wir um sieben Uhr aufstehen (Patric fängt allerdings schon um sechs mit der Arbeit an), damit wir um acht mit Homeschooling beginnen können. Wenn wir konzentriert arbeiten haben wir gegen 14 Uhr alle gemeinsam Freizeit und können gemeinsam etwas Schönes machen. Zum Thema Ordnung und Chaos, alles hat seinen Platz und wenn es nicht mehr benutzt wird, muss es dorthin zurück sonst liegt es allen im Weg – ganz einfach; das klappt natürlich nicht immer 😉. Aber wir arbeiten daran. Auch im Zwischenmenschlichen übt man seine Bedürfnisse gut zu kommunizieren z.B.  „Ich brauch mal Zeit für mich.“, denn sonst hat man kaum eine Chance zu „entkommen“.  

Aber diese Lebensart gibt auch so viel zurück (vielleicht nicht gerade in der Woche in der alle krank sind); wir haben so viele tolle gemeinsame Erfahrungen und Geschichten, so viele kleine Abenteuer und wir Eltern genießen die Zeit mit unseren Kindern so sehr, denn sie werden hoffentlich eines fernen Tages ohne uns auf Reisen gehen und den Rest der Welt entdecken.

In dieser Woche sind natürlich weniger Fotos entstanden, aber Pompeji haben wir gesehen und das süße kleine Örtchen Santa Maria di Castellabate. Außerdem haben wir das Glück auf einem wirklich zauberhaften kleinen Campingplatz ganz allein zu stehen.

 

Hinter Gittern

In der vergangenen Woche ist eine dieser netten Geschichten passiert an die man sich hinterher gern als eine „Weißt du noch, damals als..“-Geschichte erinnert. Diese Geschichte wird dann folgendermaßen weitergehen: Weißt du noch damals in Italien, als wir morgens auf diesem verlassenen Campingplatz wach geworden sind, der gar kein Campingplatz war und wo das Tor abgeschlossen war und wir nicht mehr herauskamen.

Das kam so: Wir kamen bei einsetzender Dämmerung und ausgeprägtem Hunger im Team deutlich später als geplant bei dem von uns sorgfältig ausgewählten Campingplatz an. Sorgfältig deshalb, weil in dieser Gegend die Plätze oft für so große Gefährte nicht ausgelegt sind und wir in den Tagen davor einige, sagen wir „fahrtechnisch anspruchsvolle“, Situationen hatten. Es bot sich uns bei der Ankunft folgendes Bild: Großes Campingplatzschild, Tor offen, Schranke offen und ein nettes schweizer Pärchen, welches ebenfalls Platz für eine Nacht suchte, außerdem Stromkästen zu, Wasserhähne abgedreht und keiner da, auch bei der Telefonnummer geht keiner ran. Was soll man da denken? Ganz einfach: „Was soll schon passieren?!“  So haben wir uns also zusammen mit dem schweizer Pärchen im Caddy für die Nacht auf dem ansonsten leeren Platz eingerichtet.

 

Am nächsten Morgen war dann allerdings das Tor zu, verschlossen mit Schloss und Kette. Äh ja, nun, das kann also auch passieren. Okay, das ist jetzt nicht ganz er Start in den Tag wie man ihn sich vorstellt; „Mama, Papa, das Tor ist zu. Wir kommen hier nicht mehr raus.“ Also eines ist in so einer Lage immens wichtig (und in vielen anderen auch), nicht aus der Ruhe bringen lassen und erstmal einen Kaffee kochen. Die Schweizer kamen mit ihren Klappstühlen rüber und wir tranken erstmal Kaffee. Finja ist losgezogen über den Zaun und hat nach jemandem geschaut der vielleicht aufmachen könnte. Kaffee trinken! Patric hat wen ans Telefon bekommen, der in schlechtem Englisch erklärt hat der Platz sei zu, man könne da nicht campen bevor er auflegte. Kaffee trinken! Während wir mit unserer neuen Bekanntschaft auf Klappstühlen vor unserem Wohnwagen saßen und den Kindern beim Ball spielen zuschauten und Kaffee tranken passierte lange nichts. Aber es hatte ja auch gar keine Eile, der Kaffee war warm, die Plätze bequem. Doch irgendwann erschien jemand auf dem Nachbargrundstück, er erklärte uns es sei geschlossen, allerdings nutze das Restaurant den Platz als Kundenparkplatz. Es täte ihm sehr leid, weil wir das ja nicht wissen konnten und er mache uns sofort wieder auf.

Erkundungstour und Telefonat hätten wir uns sparen können, wichtig war, dass wir da saßen, wo wir saßen, sonst hätte er uns vielleicht nicht bemerkt. Also, öfter Mal die Ruhe bewahren und Kaffee trinken damit man den Nachbarn mit der Lösung des Problems nicht verpasst.

Die Bilder sind in Tivoli entstanden. Die Villa d’Este und Villa Gregoriana sind definitiv eine Reise wert.

Zwischen Patina und Selfie-Stick

Ich bin vielleicht erledigt. Seit einer Woche stehen wir in der Nähe von Rom. Mehrfach waren wir in der italienischen Hauptstadt, um durch die Trümmer der Antike zu wandeln. Vieles an Rom ist bemerkenswert, es ist laut und chaotisch, es ist dreckig und voll mit Menschen, aber es gibt auch so viel aus allen Epochen seit der Antike zu entdecken, dass man in einer Woche gerade den kleinsten Bruchteil schafft.

Einmal mehr ist uns klar geworden, dass wir einfach keinen Spaß am Massentourismus haben. Es ist eigenartig zwiespältig. Auf der einen Seite sind wir Teil der Masse, denn wir schieben uns ja auch durch das Kolosseum und machen Fotos, auf der anderen Seite finde ich diese Instagram-Poser mit ihrem abgeknickten Kopf, dem angewinkelten Knie und den Shorts, die kürzer sind als nötig, geradezu grässlich. Braucht die Welt wirklich noch ein Foto vom Petersdom mit deinem Gesicht? Sind wir jetzt alle Germanys Next Top Modell, oder was? Furchtbar. Bei vielen kann man im Gesicht förmlich ablesen was sie denken: „Ah ha! Alte Steine, alte Steine, alte Steine!“

 

 

Aber auch, wenn wir den Anspruch haben nicht nur die alten Steine zu sehen, sondern auch den historischen Hintergrund zu erfassen, sind wir Teil dieses absolut unwürdigen Selfie-Stick-Limbo-Dance. Ich bin hin und her gerissen, auf der einen Seite möchte ich diese Art des Tourismus nicht unterstützen auf der anderen Seite möchte ich das Forum Romanum gesehen haben und auf dem Palatinhügel gewesen sein. Für die weitere Reise werden wir nur noch die aller nötigsten Touristenfallen ansehen und uns ansonsten an Land und Leute und kleine, liebevoll kuratierte Museen halten.

Im Rahmen der Hintergrundvermittlung haben wir uns in Rom private Führungen speziell für Kinder gegönnt. Das war ein echter Gewinn! Julia von der Lippe von Romamirabilia (https://www.romamirabilia.com/) hat die römischen Paläste der Antike und die dicken Päpste auf der Engelsburg vor unserem geistigen Auge auferstehen lassen.

 

 

Letztendlich muss aber auch klar sein, dass das Forum Romanum der Antike seiner Zeit kein besinnlicher Ort war, sondern ein belebtes Zentrum gewesen ist, das von Geschäftsleuten, Taschendieben, Neugierigen und den Posern seiner Zeit wimmelte. Sodass wir heute die vielen Menschen dort auch als Statisten in einer eindrucksvollen Kulisse betrachten könnten.

Wie immer kommt es auf den Blickwinkel an.

 

Zwischenbilanz Teneriffa

Im Vergleich zum Reisen mit dem Wohnwagen ist auf Teneriffa – oder wie Lisbeth sagt Tennhiffa – im Ferienhaus wohnen geradezu langweilig. Deshalb gibt es auch wirklich kaum etwas zu berichten, wir waren in Vilaflor und haben eine Blume gesehen, die nur hier wächst. Super spannend? Außerdem haben die Mädels einen Surf- bzw. Bodyboardkurs belegt.

Das war ein Spaß, nicht nur für die Mädels. Patric und ich hatten uns vorgenommen ganz entspannt mit den beiden Kleinen Frühstücken zu gehen. Aber was soll ich sagen, der Plan war gut und dann … wir wollten nur noch ganz kurz gucken wie die drei sich so machen, als wir fertig waren mit gucken, war der Kurs beinahe zu ende. So was, kein Wunder, dass wir fünf Kinder haben – es macht uns einfach Spaß! Nächsten Samstag werden wir nochmal versuchen Frühstücken zu gehen. Die Mädels freuen sich schon darauf.

Zwei Wochen auf der Insel des ewigen Frühlings, hier eine Zwischenbilanz in Bildern:

 

Auf geht’s oder willkommen zurück in den Reiseschuhen

Endlich sind wir wieder unterwegs. Mir scheint wir brauchen jedes Mal länger, um uns in Bissendorf wieder loszueisen. Ursprünglich wollten wir schon Ende Januar wieder unterwegs sein. Da wir aktuell nicht auf unseren Wohnwagen zurückgreifen können, war es auch gar nicht so einfach etwas Passendes zu finden. Letztendlich hat es uns nach Teneriffa verschlagen, die Kanaren können den deutschen Winter auf ein erträgliches Maß kürzen.

Leider eignen sie sich aber gar nicht für eine Wohnwagentour, zumal unser Wohnwagen auch immer noch beim Händler auf seine Reparatur wartet (seit drei Monaten!). So sind wir nach einem sehr langen Reisetag in einer Ferienwohnung angekommen, die, nachdem Finja und ich zwei Stunden lang Krempel weggestellt und geputzt haben, ganz passabel ist. Bleibt aber die Frage, warum der ganze Nippes überhaupt dasteht?

Man könnte es sich leicht machen und sagen, jemand hat versucht zu „dekorieren“, über Geschmack lässt sich streiten. Allerdings bezweifle ich, dass irgendwer ein staubiges Teelicht in einem etwas wachsverschmierten Glas wirklich als dekorativ betrachtet. Warum dann?

 

 

Es musste irgendwo hin? Vielleicht! Aber ich will damit nicht Urlaub machen. Vor drei Jahren habe ich angefangen unser Zuhause von all diesem überflüssigen Krempel zu befreien. Nach dem Motto „Was nicht glücklich macht kann weg!“ bin ich Zimmer für Zimmer durchgegangen und habe ausgemistet. Inzwischen bin ich in den meisten Räumen mehrfach gewesen und habe immer noch etwas gefunden von dem wir uns trennen konnten. Es ist ein bisschen wie bei einer Zwiebel, Schicht für Schicht. Zuhause sind wir bei einem gut händelbaren Minimum angekommen.

Denn das ist es, worum es geht, jedes Teelicht, jede Vase, die rumsteht muss „gehändelt“ werden, man muss sie putzen, man muss sie zur Seite stellen, um das Fenster zu öffnen und in meinem Fall muss ich aufpassen, dass sie niemand runterschmeißt. Das braucht Zeit, mentale Energie und oder Geld, wenn man jemanden bezahlt, der die eigene Wohnung oder das Ferienhaus putzt.

Heute denke ich, das Ausmisten hat den Grundstein für unsere Reisen gelegt. Das Befreien von physischem Ballast hat auch zur Befreiung von mentalem Ballast geführt. Wir hatten den Kopf frei die Reisen zu planen. Wir kommen mit weniger Dingen aus und haben deshalb mehr Zeit für uns und unsere Kinder.

In der letzten Woche haben wir diese Zeit genutzt, um erstmal hier anzukommen und die Sonne zu genießen, Sonnenbrand inklusive. Wir haben die Umgebung erkundet und den Atlantik begrüßt und sind nun auf der Suche nach einer Bleibe für die kommenden Wochen, da wir dieses Ferienhaus nur für die ersten zwei Wochen gemietet haben.

Bei unserem letzten Kanaren Aufenthalt auf La Palma haben wir quasi das perfekte Ferienhaus (https://obisun.net/de/Casa/ficha_casa/2 – zur Erinnerung) gefunden, es war eine glückliche Fügung. Jetzt heißt es ein paar Tage Suchen und Hoffen, ich bin gespannt, wo wir landen und ob wir etwas finden, dass wir nicht ausmisten müssen, bevor wir darin wohnen können.

Für eine Antwort auf die Frage „Warum der ganze Nippes?“ gilt vielleicht der Umkehrschluss: Führt mentaler Ballast zum Anhäufen von Krempel? Ich weiß es nicht, aber ich vermute, dass es da einen Zusammenhang gibt.

 

Der Drahtseilakt

Die letzten Tage dieser Reise sind angebrochen, etwas eher sogar als ursprünglich geplant. So ist das mit der Reiseplanung, wir tüfteln tagelang die strategisch beste Route aus und dann „peng“, reißt zum Beispiel das Drahtseil an unserem Hubbett.

Wir reisen mit einem Dethleffs c‘go UP 525 KR. Er ist einer der größten einachsigen Wohnanhänger, die es aktuell auf dem Markt gibt. Mit sieben Schlafplätzen und zwei Tischen hat er für unsere Zwecke einen fast optimalen Grundriss. Wir haben im Bug ein Etagenbett und eine zum Bett umbaubare kleine Sitzgruppe und im Heck eine zum Doppelbett umbaubare große Sitzgruppe, an der wir alle sitzen können, sowie ein Hubbett über der Sitzgruppe, das wir zum Schlafen einfach herunter ziehen können, jedenfalls wenn die Seilkonstruktion funktioniert.

Jetzt ist das Bett unten und da bleibt es auch, was zur Folge hat, dass wir nur noch einen sehr kleinen Tisch zur Verfügung haben und Patrics und mein gemütliches Doppelbett auch nicht mehr zu benutzen ist. Es ist ein bisschen wie beim Tetris spielen früher am Gameboy, es ist immer weniger Platz zum Drehen da. In Zahlen: ca. ein Viertel der Gesamtfläche ist jetzt nicht mehr nutzbar. Außerdem fehlen zwei Schlafplätze, da müssen jetzt alle noch ein bisschen mehr zusammenrücken.  Zumal wir auch das Vorzelt bei dieser Witterung nur noch als Abstellraum nutzen.

Am Anfang war der Frust groß, zumal es schon das zweite Mal innerhalb des ersten Jahres ist, dass dieses Problem auftritt. Man kann sich wirklich fragen, warum ein namhafter Hersteller wie Dethleffs so eine hakelige Konstruktion verbaut. 

 

Aber darf ich mich überhaupt ärgern? Wir sind doch in einer ziemlichen Luxussituation. Selbst gemessen an westeuropäischen Verhältnissen. Ich habe in den letzten Wochen öfter Dinge gesehen, die solche Ärgernisse in eine andere Perspektive rücken. Menschen, die in Wellblechhütten leben in Montenegro, der Obdachlose in Albanien (der vermutlich nicht zur nächsten Wärmeküche gehen kann, wenn er am Tag nicht genug Geld für Essen erbettelt hat) oder die vielen Flüchtlinge in den Camps in Griechenland. Diese Dinge wissen wir alle und deshalb klingt es auch so abgedroschen, sie heranzuziehen. Aber ich kann für mich sagen, dass es einen Unterschied macht ein Flüchtlingscamp in natura gesehen zu haben. Die Tragweite bekommt quasi eine andere Weite. Ich war fassungslos und habe mich geschämt Europäer zu sein, ich habe auch keine Lösung für dieses Problem und es irritiert mich, dass auch sonst niemand eine hat.

Auch wenn ich den Kreis nicht so weit ziehe, ist die Tatsache, dass wir mit der ganzen Familie eine solche Reise unternehmen können ein ziemliches Privileg. Es müssen viele Faktoren stimmen, um das zu realisieren und dafür, dass wir das tun können sind wir sehr dankbar.

Diese Gedanken kamen mir, als ich mich mit meinem Frust und einer heißen Schokolade mit Sahne, die mag mein Frust nämlich besonders gern, gerade in der super ausgestatteten Spielzone auf der Liege im, an den Campingplatz angeschlossenen, Wellness-Ressort niedergelassen hatte.

 

 

Gedanklich bin ich dann aufgestanden habe meinen maulig schauenden Frust streng angeguckt und laut gesagt: „Alter, runter von meiner Liege. Ich chill hier jetzt erst ein bisschen und guck meinen Kindern beim Spielen zu. Wenn mein Mann heute Mittag Feierabend hat, gehen wir alle unten im Thermalbecken plantschen und wenn wir in ein paar Tagen zuhause sind, bringen wir den Hänger zur Garantiereparatur. Und gib‘ die heiße Schokolade her, die trink ich ganz alleine!“

Der Frust ist frustig abgezogen, ich habe die heiße Schokolade getrunken und es geschafft mir einzureden, dass mein Teenie denkt das ich cool bin, weil ich manchmal „Alter“ sage 😉. (Das nur am Rande.)

Wir genießen noch ein paar Tage diesen Luxus, sehen uns Ungarn an und treten dann den Rückweg an. Wir sind dankbar für diese Reise und vieles mehr!

 

Grüße aus dem Waschsalon

Heute schreibe ich nicht mit dem Blick auf den Golf von Korinth oder in der Sonne sitzend am Strand, heute sitze ich in einem ungarischen Waschsalon, denn Wäsche waschen muss auch mal sein. Viele Dinge sind unterwegs einfacher, manche Dinge bekommen aber auch eine neue Dimension, Wäsche waschen zum Beispiel.  Die dritte Dimension ist unterwegs übrigens das „wo?“.

„Wäsche waschen“ ist in diesem Fall ein schönes Beispiel dafür, dass Dinge nicht schöner sind, nur weil sie leichter sind. Oft hat man hinterher ein besseres Gefühl, wenn das was man getan hat, auch ein bisschen schwierig war. Nicht zu schwierig, sondern so, dass man es gerade schaffen konnte.

Gestern sind wir in Bulgarien gestartet. So wie wir in den letzten Wochen schon oft gestartet sind. Aber gestern lief es trotz aller Übung nicht so gut. Das Gelände, auf dem wir standen, war sehr uneben und deshalb war die Deichsel des Hängers viel tiefer als die Anhängerkupplung des Autos. Beim Versuch den Hänger von Hand auf die Kupplung zu heben ist Patric die Deichsel des Hängers auf den Fuß gefallen. Autsch! Zum Glück war der Schreck größer als der Schaden. Patric ist mit einem dicken blauen Fleck davongekommen, es hätte aber leicht auch ein gebrochener Fuß dabei herauskommen können. Mit Hilfe des Platzbetreibers, Wagenheber und einer pfiffigen Idee konnten wir die Situation lösen und sind mit kleiner Verspätung gestartet, nur um eine halbe Stunde später auf das Ende des Staus vor der Grenze zuzufahren.

 

Die LKWs stehen dieser Tage vor der rumänischen Grenze in einem 15km langen Stau, aber auch als Privatperson haben wir dreieinhalb Stunden vorm Grenzposten gewartet, sodass es schon früher Nachmittag war, als wir endlich ernsthaft Fahrt aufnehmen hätten können. Wenn dann nicht das böse Hunger-Monster um die Ecke geschaut hätte. Also… nochmal anhalten, die Mannschaft füttern, aber danach ging es wirklich los und es stellte sich dieses Hochgefühl ein, das man bekommt, wenn man etwas geschafft hat. Nur hatten wir in Wirklichkeit erst 30 der insgesamt 500 Kilometer gefahren, weshalb das Gefühl genau genommen jeder Grundlage entbehrte.

Ähnlich ist es auch im Waschsalon, gleich piepen die Trockner und ich kann die saubere Wäsche für die ganze nächste Woche herausnehmen und falten. Wenn das erledigt ist, werde ich das Gefühl haben, heute schon richtig etwas geschafft zu haben. Zuhause stellt sich dieses Gefühl beim Waschen nur selten ein, es ist mehr ein stetiger Kampf gegen das Wäschemonster unter der Devise „A Laundry a Day keeps the Laundry-Monster away!. Der Kampf läuft einfach so parallel zum „Tagesgeschäft“.

Soweit zu gehen deshalb meine Waschmaschine abzuschaffen würde ich nicht, aber es ist doch eine schöne Erinnerung daran, dass es befriedigend sein kann nicht immer nach dem leichtesten oder bequemsten Weg zu suchen, denn größere Anstrengungen werden oft mit einem besseren Gefühl belohnt.

Ein netter Nebeneffekt im Waschsalon ist, hier ist es wirklich nett. Es riecht lecker nach gewaschener Wäsche, das Sofa ist bequem, es schreibt sich hier ganz hervorragend (nebenbei frage ich mich: wie viele Bücher wohl in Waschsalons geschrieben wurden?) und ich habe eine kleine Auszeit, weil die Kinder lieber mit Patric auf den Spielplatz gehen wollten. Vielleicht gehe ich zuhause doch gelegentlich mal im Waschsalon waschen?

Ein kleiner Nachtrag noch: zum Wäschefalten hatte ich dann doch einige Helfer, draußen ist es unattraktiv kalt 😉.

 

Ein Plädoyer für Gewohnheiten, Schreibschrift und Geschenkschleifen

Unsere Reiseroute hat uns am Wochenende fast 600 km weiter nach Nordwesten geleitet. Wir sind sozusagen auf dem Rückweg, dazu passend sind die Temperaturen gleich mal um 20 Grad gefallen, das Eichenlaub liegt rostrot auf den Straßen und abends um viertel vor sechs ist es stockfinster. Klingt fast wie Norddeutschland, ist aber noch Bulgarien. Kurz vor der Grenze zu Rumänien werden wir ein paar Tage bleiben, um dann am kommenden Wochenende in einem Stück durch Rumänien durchzufahren. Aufgrund der Test- und Quarantänebestimmungen lohnt sich Rumänien für uns als Reiseziel diesmal nicht, sodass unsere nächste Station Ungarn sein wird. Ich bedauere das ein wenig, denn ich bin von Bulgarien als Reiseland sehr positiv überrascht und hätte auch in Rumänien gern einige Reiseerfahrungen gesammelt.

Als Reiselektüre hatte ich mir „die 1%-Methode“ von James Clear als Hörbuch mitgenommen. In der verworrenen Annahme ich könnte auf dem Beifahrersitz sitzen und in Ruhe meinem eigenen Hörbuch lauschen. Ich hatte das Achtung-Tagtraum-Schild übersehen. Merkwürdigerweise hat sich dieses Buch (welches ich übrigens ausdrücklich NICHT besonders empfehle) als Familienlektüre während langer Fahrten bewährt. Allerdings ist es nicht ganz so entspannend, das Buch mit der ganzen Familie zu hören. Denn ständig ruft jemand „Stop“ und dann müssen Teilabschnitte ausdiskutiert und gedeutet werden. Diese Form des „Lesens“ konnte ich schon im Deutschunterricht nicht leiden. Sei’s drum, ein spannendes „Projekt“ dieses Buch mit der ganzen Familie zu hören ist es allemal. James Clear erklärt, wie wichtig die kleinen Gewohnheiten sind und das sich damit quasi die Welt verändern lässt.

Dazu habe ich ein kleines aber enorm weitreichendes Beispiel aus unserem Schulalltag. Seit diesem Schuljahr haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, unseren Schultag mit einem kurzen Schreibschrifttraining zu beginnen. Das hat folgenden Hintergrund: Im letzten Schuljahr habe ich festgestellt, dass Finja sich schwer tut längere Texte zu schreiben. Gezielt habe ich versucht, das mit ihr zu erarbeiten, aber wir schienen in einer Sackgasse zu stecken, nichts lief – alles klemmte. Nach einer halben Seite geschriebenen Textes klagte sie über Hand- und Nackenschmerzen, das Schriftbild war gelinde gesagt grauenhaft, die Buchstaben schienen über das Blatt zu hüpfen, die Schreiblinie berührten sie bestenfalls zufällig, oft passte das Verhältnis der Oberlängen der Buchstaben nicht zum Rest des Wortes, von Orthographie war keine Rede und auch Grammatik, Satz- und Textbau wurden willkürlicher je länger der Text wurde.

Die Frage „was läuft da schief?“ hat mich mehrere Monate beschäftigt, bis ich durch Zufall auf die Internetseite von M.A. Schulze-Brüning gestoßen bin. Bei der Lektüre ihrer Seite kam plötzlich Licht ins Dunkel und ein Aha-Moment folgte dem Nächsten. (https://www.handschrift-schreibschrift.de)

Es scheint nämlich so zu sein, dass dieses „Schriftbild“ in den Schulen gar keine Seltenheit darstellt. Es ist sogar so wenig eine Seltenheit, dass Frau Schulze-Brüning ein Buch (Wer nicht schreibt bleibt dumm) zu dem Thema geschrieben hat und seit Jahren dazu forscht. Die Quintessenz des Buches ist ungefähr so: dadurch, dass die Kinder in den Schulen überwiegend keine verbundenen Schreibschriften mehr lernen (die Grundschrift ist nämlich trotz der Bindebögen keine Schreibschrift! – und die vereinfachte Ausgangsschrift funktioniert auch nicht) und zusätzlich weniger Zeit zum und Anleitung beim Üben haben, entstehen diese ungelenken und hinderlichen Schriften.

Letztendlich beschreibt sie in ihrem Buch genau das, was ich beobachte. Bis zum Ende der Grundschulzeit geht es mehr oder weniger gut mit der Schrift und ab der 5ten Klasse wird eine höhere Schreibgeschwindigkeit und inhaltlich mehr Substanzielles erwartet. Für einen Teil der Schüler (in dem oben genannten Buch habe ich gelesen, dass betrifft 31% der Mädchen und 51% der Jungen) ist es dann, als ob sie mit einem Trabbi zur Formel 1 antreten. Was schade ist, denn die Schrift soll eigentlich ein nützliches Handwerkszeug und keine Belastung sein.

Bei dem, was ich gelesen habe, bin ich ehrlich gesagt erstaunt, dass nicht mehr Schüler aufschreien. Da grenzt ein zweiseitiger Aufsatz an ein Martyrium. Das muss man sich als schnell schreibender Erwachsener mal überlegen, da hocken die Kinder eine Stunde oder länger über dem Papier, Hand und Nacken tun weh, es sieht richtig doof aus, ist furchtbar anstrengend und man weiß schon, dass jeder der es lesen soll ob der äußeren Form die Nase rümpft, bevor er sich dem Inhalt gewidmet hat. Und den Hauch einer Ahnung wie man es besser machen könnte hat man auch nicht. Ehrlich gesagt … ich würde gar nicht erst anfangen! Im Übrigen leidet natürlich auch der Inhalt wenn das Schreiben selbst eine Belastung darstellt. Mit einer stumpfen Schere macht man auch keinen glatten Schnitt.

Zurück zu unserer Gewohnheit. Seit Beginn des Schuljahres starten wir unseren Schultag also mit Frau Schulze-Brünings Schreibschrift-Training, vorausschauend natürlich alle drei Schüler. Wie sie in ihrem Buch voraussagt, lieben die Kinder es an ihrer Schrift zu arbeiten und sich nur auf das Schreiben und nicht auf Inhalte zu konzentrieren. Das hätte ich nicht erwartet, alle drei sind mit Feuereifer bei der Sache und die Erfolge sind beeindruckend. „Schneller, besser, lieber“ fasst es wohl am besten zusammen. Es ist so einfach, wir sitzen jeden Morgen fünf bis zehn Minuten zusammen, ich trinke meinen Kaffee, die Mädels bearbeiten eine Seite in ihrem Arbeitsheft und alle haben ihre Gedanken gesammelt und sind anschließend im Schulmodus. Es ist zu einem festen Ritual geworden, das wir sehr lieben.

Laut James Clear sind es solche festen Gewohnheiten, die uns die größten Erfolge erzielen lassen und uns den Freiraum für Interessantes und Kreatives schaffen. Er hat recht behalten, ich hätte nicht erwartet, dass aus dieser kleinen Gewohnheit so viel Gutes entsteht. Denn eine hübsche und flüssige Handschrift und Freude am Schreiben sind schon ein besonderes Geschenk und jeder Morgen der mit diesen ruhigen, fast meditativen Minuten startet ist eine besonders schöne Geschenkschleife.

In diesem Sinne schreiben wir nun unsere Namen in den Sand – in Schreibschrift!