Buchstabensalat und Kaffeeautomaten und wie mich das alles verwundert

Inzwischen sind wir von Griechenland nach Bulgarien weitergezogen. Von allen Ländern, die wir bereist haben, hatte ich das erste Mal das Gefühl weit weg von zuhause zu sein. Vermutlich macht ein Teil schlicht und einfach die Schrift aus, denn man kann nichts lesen – keine Straßenschilder, keine Inhaltsangaben auf den Lebensmitteln, nicht mal die Bedienungshinweise für die Waschmaschine. Weder das griechische Alphabet noch die kyrillischen Buchstaben der Bulgaren lassen erahnen um welches Wort es sich handeln könnte. Verwundert bin ich dann doch, wie gut wir trotzdem zurechtgekommen sind. Irgendwie geht es halt immer.

Und während in Griechenland in den Lebensmittelläden überwiegend griechische Produkte verkauft werden, macht es uns Bulgarien, wie so viele andere Länder, leicht. Da werden auf die deutschen Haferflocken und Kaiserbrötchen einfach Sticker mit der landessprachlichen Inhaltsangabe aufgeklebt. Sogar ein zünftiges Paulaner Hefeweizen kann man hier kaufen. Merkwürdig, oder?

An dieser Stelle will ich dann mal outen, dass wir keine kulinarische Reise machen. Ich bin der Überzeugung, dass man sich seine Schlachten wählen muss. Die landestypischen Gerichte der Reiseländer lernen wir nur selten kennen.  Nicht weil ich das nicht spannend fänden, sondern weil es sich für uns einfach als unpraktikabel und anstrengend herausgestellt hat. Kochen für eine Mannschaft aus Vegetariern, Glutenfreien, Milchproduktverabscheuern und Zuckergegnern ist ohne hin schon ein Spießroutenlauf. Im Rahmen der Vereinfachung gibt es seit ein paar Wochen etwas mehr als eine Handvoll schneller Rezepte mit einfachen Zutaten, die sich gut besorgen und gut lagern lassen. Und als Ziel zum Thema „Essen machen“ gilt die Parole: Alle am Leben halten! Und ich sag mal so, seitdem ist auch das Thema „Essen machen“ entspannt. Wie gesagt, man muss seine Schlachten wählen. Ich wähle: auf „Öööh, schon wieder Nudeln! Kann es nicht mal wieder Quiche geben?“ mit „streng gucken“ zu reagieren.

So war ich also sehr froh, als ich heute in Bulgarien in den KAUFLAND gehen konnte und ganz einfach glutenfreies Mehrkornbrot von Schär, Gewürzgürkchen und Haferflocken einkaufen konnte, ohne an den Buchstaben herumzurätseln. Aber verwundert hat es mich schon.

Eine Kleinigkeit macht mich in Bulgarien noch stutzig: an allen Ecken stehen Kaffeeautomaten. Solche wie man sie in Kantinen oder Schulen hat, die, bei denen der Kaffee fies schmeckt, wenn der Käufer vor einem die Hühnerbrühe daraus getrunken hat. Und wer kennt es nicht? Man sieht den Automaten- ahnt schon, dass man es nicht tun sollte – tut es trotzdem – man schmeißt 1,50€ in den Schlitz – der Kaffee kommt – und dann: „Urgh!“ – einer der Automaten, die seit mindestens 3 Dekaden nicht sauber gemacht wurde. Jedenfalls sieht man hier in den kleinsten Örtchen diese Automaten an den unglaublichsten Stellen. Ich frage mich nur: Wer macht die eigentlich sauber? Merkwürdig…!

 

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