Der Sonne entgegen

Die letzten Wochen war es sehr ruhig hier auf diesen Seiten … das hatte verschiedene Gründe. Ein Grund war, dass wir weiter gezogen sind und das raue Irland gegen das schroffe Vulkangestein La Palmas (Kanarische Inseln, links neben Teneriffa und La Gomera) getauscht haben, zum anderen fordert zu Weilen auch die fortschreitende Schwangerschaft ihren Tribut, sodass ich an manchen Abenden einfach sehr früh schlafen gegangen bin. Und außerdem habe ich an einem sehr intensiven Geburtsvorbereitungskurs teilgenommen, der mich sehr gestärkt hat, der aber sowohl zeitlich als auch emotional viele Ressourcen gebunden hat. Auch wenn ich nach vier natürlichen Geburten weiß, wie eine Geburt technisch funktioniert, finde ich es wichtig sich auf jede Geburt vorzubereiten. Und jeder, der mich kennt weiß, wie sehr mir das Thema natürliche und sanfte Geburt am Herzen liegt und das ich der festen Überzeugung bin, dass Geburten grundsätzlich schöne und stärkende Erlebnisse sein können. Ich habe bei diesem Kurs noch einmal viel Neues gelernt und Geburt aus einer ganz anderen Perspektive gesehen. (Für alle, für die das Thema gerade auch aktuell ist, hier der Link zum Kurs: https://diehorlachers.com/intensivkurs/)

Jetzt aber zurück zur Reise… ich gewinne immer mehr den Eindruck, wenn es richtig ist, dann läuft es plötzlich einfach. Das war auch diesmal wieder der Fall, wochenlang haben wir überlegt und gedanklich hin und her geschoben und dann plötzlich fügte sich Eins ins Andere, wir haben ein schönes und erschwingliches Ferienhaus auf La Palma gefunden, Flüge gab es auch (in Zeiten von Corona ist auch das nicht selbstverständlich) und der Geistesblitz mit dem Autorücktransport kam auch rechtzeitig. Koffer?? Gab es einfach geschenkt. Wenn das kein Zeichen ist?!

Als wir unseren lieben, irischen Ferienhausvermietern von unserem Plan erzählten nach La Palma zu fliegen, waren sie erstens ganz begeistert und zweitens steuerten sie wie selbstverständlich zwei riesengroße Koffer bei.

Am Samstagmittag vor einer Woche haben wir dann im County Cork das Auto bestiegen und sind 5 Stunden bis Dublin gefahren. Anders als wir es in anderen Teilen Europas erlebt haben, wird in Irland auf den Straßen kontrolliert, wir sind mehrmals angehalten worden und mussten erklären was wir vorhaben. So sind wir auch in eine etwas erschreckende Auseinandersetzung mit einem irischen Streifenpolizisten geraten, der unsere Unternehmung so gar nicht gutheißen konnte. Da wir nichts Verbotenes tun, waren ihm allerdings die Hände gebunden, was ihn nur noch mehr zu ärgern schien. Armer Kerl.

Unser Auto mit all den Dingen, die wir auf La Palma nicht brauchen würden, haben wir an diesem Abend an Dominic übergeben, ein Transportunternehmer aus Dublin, der unser Auto nach Bissendorf überführt hat. In Dublin übernachteten wir dann in einem typisch britischen Bed and Breakfast. Patric und ich fühlten uns direkt in unsere Zeit in Schottland zurückversetzt. Herrlich!

Pünktlich um 5.30 Uhr standen wir am nächsten Morgen mit unseren zwei neuen Koffern, 4 Bananenkisten und 4 aufgeregten Mädels am Flughafen. Kann mir mal einer erklären, warum Flüge so früh sein müssen? Warum man am Flughafen immer 2 Stunden eher da sein muss? (Und das war diesmal richtig knapp!) Und kann sich jemand vorstellen, wie spät man aufstehen muss, um mit 4 Kindern um halb sechs samt Gepäck am Dubliner Flughafen zu sein? Ich sag es euch um 4 Uhr! Mitten in der Nacht!

Aber mal abgesehen davon, dass ich 4 Uhr aufstehen für eine Zumutung halte (Ja, ich weiß es gibt Leute, die machen das beruflich – ihr habt meinen Respekt.) hat alles reibungslos geklappt. Die Koffer waren nicht zu schwer, der grimmig schauende Beamte vom irischen Grenzschutz VOR der Sicherheitskontrolle (auch so ein Corona-Ding) hat 3 Personen vor uns Feierabend gemacht und als wir das Gefühl bekamen, langsam wird es aber knapp, hat direkt vor uns ein weiterer Schalter an der Sicherheitskontrolle geöffnet, das hat uns einiges an Zeit gespart. Als wir am Gate ankamen, wollten die Damen es gerade schließen, sodass es quasi auf die Minute gepasst hat.  Es hat einfach alles geklappt!

Auch der Flug war absolut okay. Wenn man mit vier Kindern irgendwo hinkommt, sei es ins Flugzeug, in ein Restaurant oder ähnliches, sieht man in ungefähr der Hälfte der Gesichter Panik aufblitzen. Im Flugzeug hätte ich schwören können, dass ein anderer Fluggast sein Gebet von „Lieber Gott, bitte lass das Flugzeug nicht abstürzen“ spontan in „Bitte, lass die Familie mit den vielen Kindern nicht die Reihe vor mir haben“ umgeändert hat. Tja, der hatte leider Pech, er hatte dann die Familie mit dem quengeligen Einzelkind vor sich.

Nachdem Lisbeth dann kurz nach dem Start eingeschlafen ist, vier Uhr aufstehen hat auch seine guten Seiten, der Rest der Bande seine Nasen in die Bücher gesteckt hat, verlief der Flug gerade zu langweilig; sodass es darüber tatsächlich nicht mehr zu berichten gibt als: wir sind geflogen von Irland nach Teneriffa, umstieg in Teneriffa und Weiterflug nach La Palma.

Mit abenteuerlich beladenem Mietwagen sind wir bei Sonnenuntergang am Ferienhaus angekommen – mit dem guten Gefühl „offensichtlich sollten wir genau hier sein“!

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